Probeentnahme (Biopsie)
Knoten, Verhärtungen oder Veränderungen in der Form der Brust oder der Brustwarze können auf eine mögliche Brustkrebserkrankung hinweisen. Aber auch Veränderungen, die nicht spürbar sind, jedoch in der Bildgebung sichtbar werden, bedürfen unter Umständen einer genaueren Abklärung. Eine Biopsie – die Entnahme einer Gewebeprobe – dient dazu, festzustellen, ob Brustkrebs vorliegt. Sie gibt einerseits Gewissheit darüber, ob die Veränderung gut- oder bösartig ist, und andererseits ermöglichen weiterführende Untersuchungen der Gewebeprobe, die genauen Eigenschaften des Tumors zu bestimmen. Wir erklären, wie Gewebeproben entnommen werden und welche Bedeutung sie haben.
Ist eine Veränderung unklar, kann sie mittels einer ultraschallgesteuerten Biopsie weiter abgeklärt werden. Nach einer örtlichen Betäubung und einem kleinen Hautschnitt wird über eine spezielle Nadel eine Gewebeprobe entnommen. In Absprache wird an der Biopsiestelle ein Clipmarker gesetzt (aus Titan, löst keine Alarme an Flughäfen oder in Warenhäusern aus), damit der Bereich später gut wiedergefunden werden kann.
Eine Vakuumbiopsie wird durchgeführt, wenn der Befund nur in der Mammografie und/oder im MRI sichtbar ist. Dabei wird etwas mehr Gewebe entnommen. Die Gewebeentnahme erfolgt – wie bei der Stanzbiopsie – nach örtlicher Betäubung und einem kleinen Hautschnitt.
Eine weitere Möglichkeit für eine Vakuumbiopsie ist die Entfernung harmloser Befunde mit einer Grösse von bis zu 2,5 cm. Dies wird durchgeführt, wenn ein (bioptisch gesicherter) harmloser Befund wächst oder Beschwerden verursacht. Ziel ist es, eine offene Operation unter Vollnarkose zu vermeiden. Das Verfahren ist allerdings durch die Grösse und die Lage des Befunds begrenzt.
Bis zu zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind genetisch bedingt – also auf angeborene Veränderungen im Erbgut zurückzuführen, die die Entstehung von Brustkrebs begünstigen. Um einen Hinweis auf eine mögliche genetische Veranlagung zu erhalten, erfragen wir die Familiengeschichte in Bezug auf Krebserkrankungen. Treten bestimmte Krebsarten in der Familie (sowohl von mütterlicher als auch von väterlicher Seite) gehäuft auf, leiten wir eine genetische Beratung in die Wege. Bei der genetischen Beratung – die obligatorisch vor einer genetischen Testung erfolgt – wird eine Risikoberechnung vorgenommen. Liegt die Wahrscheinlichkeit eines positiven Tests über zehn Prozent, wird ein Antrag für eine Kostengutsprache an die Krankenkasse gestellt. Danach erfolgt die eigentliche genetische Untersuchung über eine Blutprobe.
Wir empfehlen die genetische Beratung und Testung (gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung, SAKK) auch Patientinnen mit bereits diagnostiziertem Brustkrebs, wenn sie besonders jung erkrankt sind oder wenn wir aufgrund der Tumorart und der Familiengeschichte vermuten, dass die Erkrankung auf eine angeborene genetische Veränderung zurückzuführen ist. Falls im Verwandtenkreis eine Veranlagung vorhanden ist, sind eine gute Beratung und Tests wichtig. Frauen mit einem erhöhten Risiko sollten sich zur Vorsorge regelmässig untersuchen lassen und eine risikoreduzierende Operation in Erwägung ziehen.
Tumorboard
Jede Krebserkrankung wird in einem interdisziplinären Kolloquium, dem sogenannten Tumorboard, besprochen. Dabei sitzen Fachpersonen aus verschiedenen Disziplinen zusammen, beraten anhand der Befunde über das möglichst optimale Vorgehen im individuellen Fall und machen einen Behandlungsvorschlag.
Das Tumorboard vereinigt das Fachwissen folgender Expertinnen und Experten
- Radiologinnen und Radiologen (Röntgenärztinnen und -ärzte)
- Gynäkologinnen und Gynäkologen
- Brustchirurginnen und -chirurgen
- Onkologinnen und Onkologen, die sich um eine allfällige Chemotherapie kümmern und auch die endokrine Therapie vornehmen
- Strahlentherapeutinnen und -therapeuten, die (wenn nötig) die Bestrahlung planen
- Pathologinnen und Pathologen, die die mikroskopische Diagnose (Histologie) stellen
- Auch nimmt eine Plastische Chirurgin oder ein Plastischer Chirurg an den Besprechungen teil, um in Fällen, bei denen eine Brust aufwendiger operiert (onkoplastisch) oder gar ganz entfernt werden muss, gleichzeitig die Wiederherstellung zu planen.
Die Behandlungsempfehlungen, die das Tumorboard ausspricht, orientieren sich an international festgelegten Guidelines. Die Therapieempfehlungen des Tumorboards werden mit der Patientin besprochen, und das individuelle Vorgehen wird gemeinsam mit ihr festgelegt.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Was ist eine Biopsie?
Eine Biopsie ist die gezielte Entnahme einer Gewebeprobe aus der Brust und/oder den Lymphknoten, um genau zu prüfen, ob Veränderungen gut- oder bösartig sind.