Medikamentöse Therapie: Immuntherapie
Ebenfalls zu den medikamentösen Therapien zählen die Immuntherapien. Wir unterscheiden verschiedene Formen der Immuntherapie beim Brustkrebs.
Monoklonale Antikörper gegen HER-2
auf der Brustkrebszelloberfläche
Hier handelt es sich um künstlich hergestellte Antikörper, die besondere Merkmale (HER-2) an bestimmten Formen von Brustkrebs erkennen und gezielt angreifen. Zum Einsatz gelangen sie bei einem Brustkrebs, der HER-2-positiv ist, sei es prophylaktisch zur Verhinderung eines Rückfalls, vor der Operation zur Verkleinerung des Tumors oder bei einer schon gestreuten Form von Brustkrebs zur Behandlung von Metastasen.
Monoklonale Antikörper gegen wichtige Kontrollpunkte
des Immunsystems (Immun-Checkpoints)
Krebszellen haben verschiedene Strategien entwickelt, um der natürlichen Abwehrfunktion des Immunsystems zu entkommen oder sie zu unterdrücken. Eine Strategie der Krebszellen besteht darin, die Bremsfunktion der Immun-Checkpoints auszunutzen. Die Krebszellen docken dazu selbst an die Checkpoints an. Den Krebszellen gelingt es damit, die Aktivität des Immunsystems zu schwächen. Folglich können sie sich ungehindert vermehren und ausbreiten. Checkpoint-Inhibitoren sind Medikamente, die diese Strategie der Krebszellen abwehren. Sie verhindern das Andocken der Krebszellen an die Checkpoints der Immunzellen, indem sie die Verbindungsstelle zwischen Krebszelle und Checkpoint blockieren. Die Immunzellen werden folglich wieder aktiv und können die Krebszellen erkennen und bekämpfen.
Die Immuntherapie nutzt die Kraft des Immunsystems, um Krebszellen gezielt zu erkennen und zu bekämpfen. Sie unterstützt den Körper dabei, Tumorzellen aufzuspüren, die sonst oft unbemerkt bleiben, und kann so das Tumorwachstum verlangsamen oder stoppen.
Jede Patientin ist einzigartig. Deshalb wird die Immuntherapie individuell auf Tumortyp, Biomarker und Krankheitsstadium abgestimmt. Ihr Behandlungsteam wählt die passendste Therapieoption, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Wichtig: Diese Therapie ist nicht für alle Brustkrebsarten geeignet.
Es stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung wie zum Beispiel Antikörpertherapie oder Checkpoint-Inhibitoren. In einigen Fällen wird die Immuntherapie mit der Chemotherapie kombiniert, um die Wirksamkeit zu erhöhen. Jede Behandlung erfolgt nach einem klaren, strukturierten Plan und kann von Patientin zu Patientin variieren.
Wie jede Therapie kann auch die Immuntherapie Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören zum Beispiel Hautreaktionen, Müdigkeit oder entzündliche Reaktionen in Organen. Unser Team überwacht Sie eng und setzt gezielte Massnahmen ein, um Beschwerden frühzeitig zu behandeln und Ihre Lebensqualität zu erhalten.
Während der gesamten Behandlung werden Sie von einem interdisziplinären Team begleitet: Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal, Psychoonkologie und unsere Breast Care Nurse stehen Ihnen zur Seite. So erhalten Sie nicht nur medizinische Betreuung, sondern auch Unterstützung bei emotionalen, sozialen und praktischen Herausforderungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wann wird eine Immuntherapie eingesetzt und wie wirksam ist sie (Erfolgschancen)?
Sie wird bei bestimmten Brustkrebsarten eingesetzt, die Eiweisse besitzen, die hemmende Immun-Checkpoints aktivieren. Damit entgehen die Tumorzellen den Angriffen des Immunsystems (Immunevasion).
Die Therapien sind auf Ihre individuelle Situation abgestimmt und zielen darauf ab, den Brustkrebs vor der Operation zu verkleinern, Rückfälle zu verhindern oder bereits vorhandene Metastasen zu bekämpfen, um Ihre Lebensqualität zu erhalten. Ihre behandelnden Ärztinnen oder Ärzte können Ihnen die persönlichen Erfolgsaussichten genauer erläutern.