Medikamentöse Therapie: Antihormontherapie
Zu den medikamentösen Therapien zählen auch antihormonelle Therapien bei Brustkrebs. Sie unterdrücken die Wirkung und/oder die Bildung von Geschlechtshormonen und hemmen so das Wachstum von Tumoren. Ungefähr zwei Drittel der Brustkrebserkrankungen sind Hormonrezeptor-positiv. Das bedeutet, dass der Tumor unter dem Einfluss der Geschlechtshormone wächst. Die Antihormontherapie, auch antihormonelle oder endokrine Therapie genannt, will den Tumor am Wachsen oder sein Wiederauftreten nach einer Operation hindern, indem sie die Hormonproduktion beziehungsweise die Wirkung der Hormone im Körper verhindert. Mehr über die antihormonelle Therapie erfahren Sie hier.
Hormonabhängiges Wachstum wirksam bremsen
Meistens besteht diese Therapie in der Einnahme einer Tablette pro Tag, in der Regel für fünf Jahre. Manchmal empfehlen wir auch eine Therapie über diese Dauer hinaus.
Die antihormonelle Therapie ist genauso wie die Operation oder die Bestrahlung eine wesentliche Säule im Behandlungsplan einer Brustkrebserkrankung. Für eines der ersten Medikamente (Tamoxifen) wurde nachgewiesen, dass Patientinnen mit einem Hormonrezeptor-positiven Brustkrebs durch diese Therapie ihre Heilungsrate deutlich verbessern konnten. Das Sterberisiko im konkreten Fall wurde innerhalb von 15 Jahren nach der Erstdiagnose um etwa ein Drittel reduziert. Ebenfalls reduziert die antihormonelle Therapie das Risiko des Wiederauftretens (sogenanntes Rezidiv) oder das Auftreten eines Krebses in der anderen Brust.
Es können ähnliche Symptome wie in den Wechseljahren auftreten. Dies, weil die Östrogenwirkung blockiert wird beziehungsweise ein Östrogenentzug auftritt. Beispiele für die Symptome sind Hitzewallungen, Schweissausbrüche, aber auch Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsprobleme. Gelenksteifigkeit und -schmerzen sowie eine verminderte Knochendichte können als Nebenwirkungen auftreten. Selten kann es auch zu Blutgerinnseln oder zu Gebärmutterkrebs kommen. Da uns mittlerweile verschiedene Antihormontherapien zur Verfügung stehen, lässt sich die Therapie individuell anpassen. Natürlich informieren wir Sie ausführlich über die Symptome.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wann kommt eine antihormonelle Therapie infrage?
Wenn der Brustkrebs Hormonrezeptor-positiv ist, also durch Hormone wie Östrogen oder Progesteron beeinflusst wird.